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Wie funktioniert ein Wechselrichter?

Drei verschiedene Wechselrichter
Ihre Photovoltaikanlage erzeugt auf dem Dach fleißig Strom – doch ohne ein zentrales Bauteil würde davon in Ihrem Haushalt nichts ankommen: den Wechselrichter. Er gilt zu Recht als das „Gehirn“ jeder Solaranlage, denn er entscheidet darüber, wie viel von der erzeugten Energie tatsächlich nutzbar wird. Doch wie funktioniert ein Wechselrichter eigentlich genau, und worin unterscheiden sich die verschiedenen Bauarten? In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, welche Aufgabe ein PV-Wechselrichter übernimmt, wie ein Hybrid-Wechselrichter funktioniert und zusätzlich Ihren Speicher einbindet und wann sich ein 1-Phasen- oder ein 3-Phasen-Wechselrichter für Sie eignet.

Die wichtigste Aufgabe des Wechselrichters

Ihre Solarmodule erzeugen bei Sonneneinstrahlung Gleichstrom (DC für „direct current“) – also Strom, der immer in eine Richtung fließt. Ihre Haushaltsgeräte und das öffentliche Stromnetz benötigen jedoch Wechselstrom (AC für „alternating current“) mit 230 Volt und 50 Hertz. Genau an dieser Stelle kommt der Wechselrichter ins Spiel: Er wandelt den Gleichstrom der Module in nutzbaren Wechselstrom um. Ohne diesen Zwischenschritt könnten Sie den auf Ihrem Dach erzeugten Solarstrom also weder im Haus verbrauchen noch ins Netz einspeisen.
So funktioniert ein Wechselrichter: Schaubild für Stromwechsel

Damit wird deutlich, wie ein Solar-Wechselrichter Photovoltaikanlagen im Kern erst nutzbar macht: Er ist die Schnittstelle zwischen der Gleichstromwelt Ihrer Solarmodule und der Wechselstromwelt Ihres Zuhauses und damit ein zentraler Baustein in der Funktionsweise einer Photovoltaikanlage, die vom ersten Sonnenstrahl auf dem Modul bis zur Steckdose in Ihrem Haus reicht.

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So wandelt der Wechselrichter Gleichstrom in Wechselstrom um

Damit aus Sonnenlicht am Ende nutzbarer Haushaltsstrom wird, durchläuft der Strom im Wechselrichter mehrere Stationen, die ineinandergreifen. Zunächst liefern die Solarmodule Ihrer Photovoltaikanlage über die DC-Leitungen Gleichstrom an den Wechselrichter – je nach Sonneneinstrahlung, Temperatur und Tageszeit schwanken dabei sowohl Spannung als auch Stromstärke. Damit trotzdem immer möglichst viel Energie genutzt wird, sucht der Wechselrichter permanent den sogenannten Maximum Power Point (MPP) – also den Punkt, an dem die Module bei den aktuellen Bedingungen die größte Leistung abgeben. Dieses MPP-Tracking gleicht wechselnde Lichtverhältnisse, etwa durch Wolken oder Teilverschattung, automatisch aus.

Für die eigentliche Umwandlung in Wechselstrom sitzen im Inneren des Wechselrichters mehrere elektronische Schalter, die in einer sogenannten Brückenschaltung angeordnet sind. Diese Schalter öffnen und schließen paarweise im ständigen Wechsel: Ist das eine Schalterpaar geöffnet, fließt der Strom in eine Richtung durch den Kreis; schließt dieses Paar und das gegenüberliegende öffnet stattdessen, kehrt sich die Stromrichtung um. Weil dieser Wechsel viele tausend Mal pro Sekunde stattfindet, entsteht am Ausgang ein Strom, der ständig die Richtung wechselt – also Wechselstrom. Zusätzlich hebt ein Transformator die Gleichspannung der Module auf das Spannungsniveau an, das für die Einspeisung ins Hausnetz benötigt wird.

Schaubild: So entsteht Wechselstrom

Dauer und Spannungshöhe der einzelnen Schaltvorgänge variieren dabei in einem feinen, kontrollierten Muster, sodass sich der erzeugte Wechselstrom einer glatten Sinuskurve annähert – exakt der Signalform, die auch im öffentlichen Stromnetz vorliegt. Bevor dieser Strom schließlich in Ihr Hausnetz oder ins öffentliche Netz fließt, überwacht der Wechselrichter kontinuierlich Spannung und Frequenz. Nur wenn beide Werte im zulässigen Bereich liegen, speist er ein; bei einem Netzausfall trennt er sich automatisch – ein wichtiger Schutzmechanismus, unter anderem für Techniker, die am Netz arbeiten. Moderne Geräte erreichen bei diesem gesamten Vorgang Wirkungsgrade von über 97 Prozent, die Umwandlung verläuft also nahezu verlustfrei.

Welche Arten von Wechselrichtern gibt es?

Nicht jeder Wechselrichter arbeitet nach demselben Prinzip. Je nach Anlagengröße, Dachsituation und gewünschter Speicherintegration kommen unterschiedliche Bauarten zum Einsatz.
String-Wechselrichter

String-Wechselrichter

Der String-Wechselrichter ist die in Privathaushalten am häufigsten verbaute Variante. Dabei werden mehrere Solarmodule zu einem sogenannten String in Reihe geschaltet und gemeinsam an einen zentralen Wechselrichter angeschlossen. Diese Lösung ist vergleichsweise kostengünstig und wartungsarm, hat aber einen Nachteil: Verschattet ein Baum oder Schornstein einzelne Module, sinkt der Ertrag des gesamten Strings.

Modul- und Mikrowechselrichter

Modul- beziehungsweise Mikrowechselrichter arbeiten dagegen direkt an jedem einzelnen Solarmodul. Jedes Modul wird so unabhängig von den anderen optimiert – Verschattung an einer Stelle des Dachs wirkt sich dadurch kaum auf die restliche Anlage aus. Dieser Vorteil hat allerdings seinen Preis: Modulwechselrichter sind in der Anschaffung teurer und durch die Vielzahl der Geräte auf dem Dach potenziell wartungsintensiver.
Modul- und Mikrowechselrichter
Hybrid-Wechselrichter

Wie funktioniert ein Hybrid-Wechselrichter?

Ein Hybrid-Wechselrichter übernimmt zusätzlich zur reinen Stromumwandlung noch eine weitere Aufgabe: Er steuert direkt den Ladevorgang eines Stromspeichers. Statt zwei getrennte Geräte – einen PV-Wechselrichter und einen separaten Speicherwechselrichter – zu benötigen, vereint der Hybrid-Wechselrichter beide Funktionen in einem Gerät. Das spart Platz, reduziert Umwandlungsverluste zwischen Solaranlage und Speicher und macht die Installation insgesamt einfacher. Gerade wenn Sie schon bei der Planung Ihrer Photovoltaikanlage einen Stromspeicher mitdenken, lohnt sich meist der Blick auf einen Hybrid-Wechselrichter.

Wann geladen und wann entladen wird, entscheidet dabei die integrierte Steuerungselektronik des Hybrid-Wechselrichters vollautomatisch: Liefert Ihre Photovoltaikanlage mehr Strom, als Sie gerade im Haushalt verbrauchen, lädt er den Überschuss in den Speicher. Sinkt die Solarproduktion, etwa am Abend oder bei bewölktem Himmel, entlädt er den Speicher wieder und deckt so Ihren Verbrauch, bevor Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen wird. Im Alltag bedeutet das für Sie: mehr selbst erzeugten und gespeicherten Solarstrom nutzen, weniger Netzbezug und dadurch spürbar geringere Stromkosten – ganz ohne, dass Sie manuell eingreifen müssen.

Einphasig oder dreiphasig: Was für Ihre Anlage passt

Neben der Bauart unterscheiden sich Wechselrichter auch danach, wie viele Phasen des Stromnetzes sie nutzen. Ein 1-Phasen-Wechselrichter speist ausschließlich auf einer Phase ein und erzeugt dabei eine einzelne Sinuswelle. Innerhalb des Hauses verteilt sich die Energie anschließend über die Hausinstallation entsprechend der elektrischen Verschaltung. Diese Lösung reicht für kleinere Photovoltaikanlagen bis etwa 4,6 Kilowatt Leistung aus, wie sie typischerweise bei Einfamilienhäusern mit überschaubarem Stromverbrauch verbaut werden.

Ein dreiphasiger Wechselrichter verteilt die erzeugte Leistung dagegen gleichmäßig auf alle drei Phasen des Netzes und erzeugt damit den sogenannten Drehstrom – drei zueinander versetzte Sinuswellen. Das ist bei größeren PV-Anlagen, etwa auf Mehrfamilienhäusern oder in Gewerbebetrieben, nicht nur sinnvoll, sondern in vielen Fällen sogar vorgeschrieben, um das Netz nicht einseitig zu belasten. Auch wenn Sie zusätzlich eine Wallbox nutzen oder Ihr Stromverbrauch insgesamt hoch ist, ist ein dreiphasiger Wechselrichter meist die passendere Wahl.

Ob String-, Modul- oder Hybridwechselrichter, ein- oder dreiphasig – wir beraten Sie, welcher Wechselrichter in Kombination mit einer PV-Anlage zu Ihrer persönlichen Situation passt.

Welchen Kostenanteil macht der Wechselrichter an der Solaranlage aus?

Innerhalb der Gesamtinvestition einer Photovoltaikanlage schlägt der Wechselrichter üblicherweise mit etwa 10 bis 15 Prozent der Anschaffungskosten zu Buche. Bei einer Anlage im Bereich von 15.000 Euro entspricht das grob 1.500 bis 2.250 Euro. Der Preis ergibt sich vor allem aus der komplexen Leistungselektronik, den Sicherheitsfunktionen und der integrierten Steuerung.

Wechselrichter erreichen häufig eine Lebensdauer von 20 Jahren. Daher lohnt es sich, diesen Kostenpunkt nicht nur bei der Erstinstallation, sondern auch für einen möglichen Austausch im Laufe der Anlagenlebensdauer einzuplanen.

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Fazit: Der Wechselrichter macht Ihren Solarstrom nutzbar

Ganz gleich, welche Bauart oder welche Phasen bedient werden: Am Ende erfüllt jeder Wechselrichter dieselbe zentrale Aufgabe – er macht aus dem Gleichstrom Ihrer Solarmodule nutzbaren Wechselstrom für Ihren Haushalt. Welche Art und Konfiguration für Sie die richtige ist, lässt sich am besten im persönlichen Gespräch klären – unter Berücksichtigung Ihres Dachs, Ihres Stromverbrauchs und Ihrer Pläne für Speicher oder Wallbox. Gerne beraten wir Sie dazu unverbindlich und direkt vor Ort.

Wie funktioniert ein Wechsel- richter: FAQ

Wie funktioniert ein PV-Wechselrichter?
Ein PV-Wechselrichter wandelt den Gleichstrom Ihrer Solarmodule in netzkonformen Wechselstrom um. Dabei sucht er zunächst über das MPP-Tracking den optimalen Ertragspunkt der Module. Elektronische Schalter in einer Brückenschaltung kehren die Stromrichtung tausende Male pro Sekunde um und erzeugen so Wechselstrom, während er die Spannung gleichzeitig auf das benötigte Niveau anhebt. Durch Pulsweitenmodulation wird daraus eine saubere Sinuskurve, bevor der Strom – nach ständiger Netzüberwachung – in Ihr Hausnetz eingespeist wird.
Wie funktioniert ein 1-Phasen-Wechselrichter?
Ein 1-Phasen-Wechselrichter speist den erzeugten Wechselstrom ausschließlich über eine einzelne Phase ins Hausnetz ein und erzeugt dabei eine einzelne Sinuswelle. Innerhalb des Hauses verteilt sich die Energie anschließend über die Hausinstallation entsprechend der elektrischen Verschaltung. Diese Lösung reicht für kleinere Photovoltaikanlagen bis etwa 4,6 Kilowatt Leistung aus, wie wir sie typischerweise bei Einfamilienhäusern mit überschaubarem Stromverbrauch verbauen. Bei größeren Anlagen ist dagegen eine dreiphasige Einspeisung nötig, um das Netz nicht einseitig zu belasten.
Kann ein Wechselrichter auch ohne Strom aus dem Netz arbeiten?
Ein herkömmlicher PV-Wechselrichter arbeitet nur, wenn das öffentliche Stromnetz verfügbar ist. Fällt das Netz aus, trennt er sich aus Sicherheitsgründen automatisch davon und stellt die Stromversorgung ein – selbst wenn die Sonne scheint. Möchten Sie Ihr Haus auch bei einem Stromausfall mit Solarstrom versorgen, benötigen Sie einen notstrom- oder ersatzstromfähigen Wechselrichter in Kombination mit einem geeigneten Stromspeicher. Mittlerweile können dies die meisten Wechselrichter. Diese Funktion ist aber nur mit einer entsprechenden Umschalteinrichtung/Netztrennung gegeben.
Wie lange hält ein Wechselrichter?
Ein Wechselrichter erreicht in der Regel eine Lebensdauer von etwa 20 Jahren und muss deshalb häufig einmal während der Nutzungsdauer einer Photovoltaikanlage ersetzt werden. Solarmodule halten dagegen meist 25 bis 30 Jahre oder länger. Wie lange ein Wechselrichter tatsächlich funktioniert, hängt unter anderem von der Qualität des Geräts, den Betriebsbedingungen und einer fachgerechten Installation ab.
Wo wird der Wechselrichter installiert?
Der Wechselrichter wird meist im Keller, im Hauswirtschaftsraum oder in der Garage montiert. Wichtig ist ein trockener, gut belüfteter Standort mit möglichst gleichmäßigen Temperaturen, da sich das Gerät während des Betriebs erwärmt. Außerdem sollte der Installationsort gut erreichbar sein, damit Wartungsarbeiten oder ein späterer Austausch problemlos durchgeführt werden können.
Macht ein Wechselrichter Geräusche?
Ja, allerdings sind moderne Wechselrichter in der Regel sehr leise. Je nach Gerät können während des Betriebs leichte Summ- oder Lüftergeräusche entstehen, insbesondere bei hoher Leistung an sonnigen Tagen. In Wohnräumen werden Wechselrichter deshalb nur selten installiert. In Kellern, Garagen oder Hauswirtschaftsräumen werden die Geräusche meist kaum wahrgenommen.
Was passiert, wenn der Wechselrichter ausfällt?
Fällt der Wechselrichter aus, kann Ihre Photovoltaikanlage den erzeugten Gleichstrom nicht mehr in nutzbaren Wechselstrom umwandeln. Dadurch wird kein Solarstrom mehr im Haushalt genutzt und auch keine Energie ins öffentliche Netz eingespeist. Moderne Wechselrichter überwachen ihren Betrieb kontinuierlich und zeigen Störungen häufig direkt in einer App oder auf einem Display an. So lassen sich Fehler meist schnell erkennen und beheben.
Muss ein Wechselrichter gewartet werden?
Wechselrichter gelten als wartungsarm und benötigen normalerweise keine regelmäßigen Wartungsarbeiten. Dennoch empfiehlt es sich, das Gerät im Rahmen der allgemeinen Anlagenkontrolle überprüfen zu lassen. Dabei können beispielsweise Lüftungsöffnungen gereinigt, Fehlermeldungen ausgelesen und die Leistungsdaten kontrolliert werden. So lassen sich mögliche Probleme frühzeitig erkennen und Ertragseinbußen vermeiden.
Woran erkenne ich, dass mein Wechselrichter richtig arbeitet?
Moderne Wechselrichter stellen ihre wichtigsten Betriebsdaten über ein Display, LEDs oder eine Smartphone-App bereit. Dort können Sie unter anderem die aktuelle Leistung, den Tagesertrag und mögliche Fehlermeldungen einsehen. Bleibt der Ertrag trotz sonnigen Wetters ungewöhnlich niedrig oder werden Störungen angezeigt, sollte die Anlage von einem Fachbetrieb überprüft werden.